MIG/MAG-Brenner oder die Frage: Welcher darf´s sein?

MIG/MAG Brenner

Die Auswahl ist riesig! Verglichen mit den Prozess- und Regelvarianten des Metallschutzgasschweißens, das sich im Wesentlichen ins Metallinnertgas(MIG)-Schweißen sowie Metallaktivgas(MAG)-Schweißen unterscheidet. Die dabei verwendeten Brenner sind jedoch nahezu identisch und für den jeweiligen Prozess müssen nur wenige Details am Innenleben verändert werden.

Doch – wovon genau ist eigentlich die Rede, wenn der Begriff MIG/MAG-Brenner oder einfach nur Schweißbrenner verwendet wird?

Aufbau eines Standart-MIG/MAG-Brenners

Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich dabei um alles vom Beginn des Schlauchpakets, bis hin zur Gasdüse. Der MIG/MAG-Brenner umfasst also den brennseitigen Anschluss mit Überwurfmutter sowie das Schutzgas-Schlauchpaket – inklusive der unterschiedlichen Medienführungen wie Schutzschlauch, Wasservor- und rückführung bei wassergekühlten Brennern, Stromkabel, Gasschlauch und Drahtseele.

Aufbau Brenner mit Brennerschlauchpaket im Querschnitt

Darüber hinaus umfasst das Gesamtpaket Schweißbrenner die Griffschale mit Brennertaster, den Rohrbogen inklusive seiner montierten Verschleißteile wie Gasdüse, Kontaktrohr, Düsenstock und Spritzerschutz. Dabei betragen die Gesamtlängen herkömmlicher Ausführungen bis zu sechs Meter. 

Generell sollte man beim Kauf von Schweißbrennern darauf achten, dass diese auf unterschiedliche Leistungsklassen ausgelegt sind. Eine Stromquelle, die bis zu 220A leistet, mit einem Brenner auszustatten, der auf 600A ausgelegt ist, wäre ebenso widersinnig, als wenn man ein Hochleistungsschweißgerät mit dem kleinsten verfügbaren Brenner auszustatten würde. Der jeweilige MIG/MAG-Brenner sollte also immer auf den höchstmöglichen Leistungsbereich der Stromquelle ausgelegt sein.

Gas- oder Wassergekühlt?

Ob Gas- oder Wassergekühlt kann schon mal zur Grundsatzfrage werden und ist in etwa vergleichbar mit dem Kauf eines Motorrads. Soll es ein Luftgekühlter Einzylinder oder doch lieber ein wassergekühlter Vierzylinder sein? Fakt ist – wassergekühlt hält unter Umständen länger und ist angenehmer in der Handhabung.

Die Parallelen zum Schweißgerät sind unübersehbar: Wer beim Schweißen über einen Wasserkreislauf bis in die Spitze der Gasdüse verfügt, kann berichten, wie sich entspannte Brennerführung und einfachstes Handling tatsächlich anfühlen. Darüber hinaus gilt: Wassergekühlt hält länger und ermöglicht mehr Leistung. Gerade im Bereich hoher Stromstärken stoßen luftgekühlte Brenner irgendwann an ihre Grenzen. Die Leistungsfähigkeit wassergekühlter Brenner kann hingegen bis zu 200A höher liegen.

Letztlich schlagen sich die Vorteile der Wasserkühlung gegenüber der Gaskühlung natürlich auf den Preis nieder. Im Schnitt ist der wassergekühlte Brenner etwa 20 bis 30 Prozent teurer. Hinzu kommt natürlich noch das preisliche Plus des Kühlwassersystems mit dem das Schweißgerät ausgestattet werden muss. Da der Schweißbrenner aber zu den herkömmlichen Verschleißteilen zählt und somit in die regelmäßigen Betriebskosten eingerechnet werden muss, sollte der Preisaspekt bei der Entscheidung Gas oder Wasser nie außer Acht gelassen werden.

Steuerungselemente am MIG/MAG-Brenner

Ist die Ausführung der Kühlvariante geklärt, geht es hinsichtlich der Bedienbarkeit um die Frage: Einfach oder multifunktional? Was muss der Brenner bezüglich seiner Steuerungs- und Bedienelemente können, um der Schweißaufgabe perfekt gerecht zu werden? Die elementarste Lösung ist der Ein-Ausschalter, auch Brennertaster genannt. Doch bereits hier gibt es mehrere Optionen: Soll dieser oben oder unten liegen? Die Ausführung ist abhängig von der Vorliebe des Schweißers. Ein obenliegender Brennertaster bedeutet Ein/Aus mittels Daumen, untenliegend mittels Zeigefinger.

Muss vielleicht während des Schweißvorgangs die Stromstärke rauf oder runter geregelt werden? Eine einfache Schaltwippe auf der Brenneroberseite macht es möglich. Ohne Unterbrechung der Schweißung oder Griff zum Schweißgerät kann die Leistung mittels der sogenannten Up-Down-Regelung angepasst werden.

Im Bereich der digitalen Stromquellen kann der Funktionsumfang der Brenner jedoch vielfach erweitert sein. Will man noch eine Stufe mehr als simple Leistungsregulierung, können die Brenner mit zusätzlichen Steuerungselementen ausgestattet werden, die alle verfügbaren Regelvarianten auf dem Display der Stromquelle nun auch am Brenner bedienbar machen. Jeder einzelne Parameter ist auf dem kleinen Display des Brenners dargestellt, anwähl- und regulierbar. Für bestimmte Schweißaufgaben können zudem an der Stromquelle spezielle Parametrierungen abgespeichert werden. Diese vorparametrierten Aufgaben, auch Jobs genannt, sind infolge ebenfalls über den Brenner aufrufbar.

Alle für den Alltag notwendigen Einstellungen können somit komplett über den MIG/MAG-Brenner geregelt werden, was die Bedienung auf dem Display des Schweißgeräts überflüssig macht. Speziell wenn man in Positionen schweißt, in denen die Stromquelle nicht direkt am Werkstück positionierbar ist – beziehungsweise aufgrund der schwierigen Bauteilzugänglichkeit auch längere Schlauchpakete zum Einsatz kommen –, zeigen sich die Vorteile derartig multifunktionaler Brenner.

Multilock – Ein Brenner, verschiedene Variationsmöglichkeiten

Die Multifunktionalität bezieht sich nicht nur auf die Prozessregelung. Das sogenannte Multilocksystem ermöglicht es, den Brennerkörper zu wechseln, je nach Form und Zugänglichkeit der verschiedenen Bauteile. Die Verwendung von Brennerkörpern in unterschiedlichen Längen und Winkeln wird dadurch möglich. Auf die jeweilige Schweißherausforderung kann somit optimal reagiert werden.

Multilock ist aber auch im Fall eines Defekts äußerst hilfreich. Ist das Schlauchpaket zum Beispiel intakt, der Brennerkörper hingegen beschädigt, kann dieser über den Multilockanschluss im Handumdrehen selbstständig ausgetauscht werden.

Darüber hinaus wird durch den speziellen Anschluss der Rohrbogen um 360° drehbar. Richtet man diesen einfach um 180° nach oben, ist zum Beispiel Schweißen in der Überkopfposition problemlos und ergonomisch korrekt möglich. Die Handhaltung und Bedienbarkeit des Brennertasters bleibt letztlich gleich. Voraussetzung für die Installation eines Multilocksystems ist natürlich auch ein zu verwendendes Multilock-Schutzgas-Schlauchpaket.

Für jede Anwendung der richtige Brenner

Die Details machen es deutlich: Schutzgasschweißen verlangt oft universelle und teilweise spezielle MIG/MAG-Brenner. Auch Fronius hat zahlreiche und qualitativ hochwertige Brenner im Angebot, die perfekt auf die jeweilige Stromquelle oder den jeweiligen Prozess zugeschnitten sind. Detaillierte Informationen zu unserem Produktportfolio finden sie hier.

Möchten sie mehr über die Grundlagen des MIG/MAG-Schweißens erfahren? Hier geht’s zum Blogartikel.

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