Multiprozess-Schweissgeräte – warum eigentlich?

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Die Montageschlosserei „Heißeisen“ hat einen Großauftrag: an einem modernen Gebäudekomplex gilt es unterschiedlichste Werkstoffe zu verarbeiten. Zahlreiche Regale aus unlegiertem Stahl im Lagerraum als auch das Chrom-Nickel Treppengeländer werden mit dem MAG-Verfahren gefügt. Was die Feinarbeiten am Handlauf angeht, müssen Schweißnähte nun auch optisch und haptisch zu 100% überzeugen: Es braucht den WIG-Prozess. Ein wortwörtlicher Höhepunkt für Firma „Heißeisen“ sind finale Montagearbeiten an einem unüberdachten Skywalk in luftigen Höhen: Wind und Wetter machen qualitatives Schutzgas-Schweißen nahezu unmöglich – das Schweißen mittels Stab-Elektrode ist hierfür die geeignetste Methode. Bei allen drei Prozessen sorgt ein multiprozessfähiges Schweißgerät für schnelle und einfache Abhilfe.

MIG/MAG, WIG und E-Hand in einem Schweißgerät

Ein Thema in aller Munde – die Schweißwelt diskutiert übers Multiprozess-Schweißen. Sogenannte Multiprozess-Schweißgeräte sollen dabei für alle Anforderungen des Schweißer-Alltags gewappnet sein. Jedoch handelt es sich dabei keineswegs um einen neuartigen Schweißprozess. Vielmehr steht der Begriff Multiprozess für die drei wichtigsten Prozesse des manuellen Schweißens – in einem Gerät.

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Wozu eigentlich? In erster Linie geht es dabei um Vielseitigkeit. Die Möglichkeit für alle Schweißer, unterschiedlichste Aufgaben des Berufsalltags mit nur einem Gerät zu lösen. Anstatt im Montagebereich für jeden Prozess ein spezialisiertes Gerät mitzuführen, können unterschiedlichste Schweiß-Herausforderungen äußerst überschaubar – mit nur einem Gerät – bewältigt werden. Die Prozesswechsel gestalten sich dabei im Handumdrehen: Brenner-, Gas- und Drahtwechsel sowie Parameter-Einstellungen sind in weniger als 60 Sekunden erledigt.

Was bei einem Multiprozess-Schweißgerät wichtig ist

Ein gutes Multiprozessgerät sollte …

  • diverse Werkstoffe sowie Materialstärken abdecken: Stahl, Aluminium, Chrom-Nickel-Stahl usw. mit ca. 0,5 – 8 mm gehören dabei zum Standard
  • unterschiedliche Zusätze (Schweißdrähte/Drahtdurchmesser und Gase) verarbeiten können
  • möglichst über zwei Gasventile (zur Verwendung unterschiedlicher Gasgemische) verfügen, um prozessbezogen zügig umschalten zu können
  • eine Vielzahl an vorprogrammierten Schweißeinstellungen besitzen – hinsichtlich Zusatz-Werkstoffarten, Drahtdurchmessern und Gasen
  • eine erhöhte Leerlaufspannung für gute Zündeigenschaften beim E-Handschweißen besitzen
  • hinsichtlich der Mobilität gewichtsoptimiert gebaut sein

Beinhaltet eine Stromquelle alle genannten Charakteristika, kann erst von solider Multiprozessfähigkeit gesprochen werden. Einfache Handhabung ist obendrein ein wesentlicher Aspekt, um im hektischen Montagealltag der Schweißprofis überzeugen zu können.

Für wen sich ein Multiprozess-Schweißgerät lohnt

Das Anwenderbeispiel macht es deutlich: Multiprozess-Schweißgeräte sind vor allem für klein- bis mittelständischen Handwerksbetriebe ein praktisches Werkzeug. Aber auch für kostenoptimierte Einmannbetriebe mit professionellem Anspruch kann Multiprozess eine geeignete Lösung sein: Will man die gängigsten Prozesse schweißen, ohne dabei in verschiedene Schweißsysteme investieren zu müssen, ist ein Multiprozess-Werkzeug das Mittel der Wahl. Relativ geringe Investitionskosten stehen vergleichsweise hohem Nutzen gegenüber.

Allerdings könnten manche Hersteller mitunter den Eindruck erwecken, bei Multiprozess-Schweißgeräten handle es sich um unantastbare Universallösungen – keineswegs! Sicherlich bieten spezialisierte Geräte prozessspezifische Vorteile. Um hingegen dem mobilen Allround-Prinzip treu bleiben zu können, sind beim Multiprozessgerät manche Prozesse etwas vereinfacht integriert, ohne jedoch die Funktionalität einzuschränken. Beim WIG-Schweißen verzichtet man beispielshalber auf eine Hochfrequenzzündung, welche berührungsloses Zünden ermöglicht. Die Anforderungen an notwendige Handfertigkeiten steigen dadurch nur geringfügig. Tatsächlich aber bleibt das Schweißergebnis auf gleichhohem Niveau.


Multiprozess-Schweißgeräte bereichern nicht nur das Produktportfolio der Hersteller, sondern schließen im Handwerk – auf unterschiedlichsten Ebenen – Lücken. Auch Fronius bietet eine breite Palette an Multiprozessgeräten. Werfen Sie doch mal einen Blick auf unsere TransSteel-Serie.

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