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Was machen eigentlich … Schweiß-App-Entwicklerinnen und ‑Entwickler?

App-Entwickler

Die ersten Schritte sind oft die schwierigsten: Theresa führt konzentriert den Schweißbrenner, von dem ein gleißender Sprühlichtbogen ausgeht. Es raucht ein wenig, Spritzer fliegen umher und Theresa zieht eine Kehlnaht in ein rechteckiges Stück Stahlblech. Nicht in ihrer Lehrwerkstatt, sondern „virtuell“ zuhause am Tablet. Apps nehmen beim Schweißen seit langem einen festen Stellenwert ein. Nicht nur wenn es darum geht, ein Schweißgerät komfortabel zu steuern, sondern auch beim Erlernen des Schweißhandwerks. Doch was – oder besser gesagt wer – steckt eigentlich hinter der Entwicklung von Schweiß-Apps?

Code für Schweiß-Apps schreiben

Die Aufgabe von App-Entwicklerinnen und -Entwicklern kurz zusammengefasst: Sie schreiben den Code für neue Anwenderprogramme und verbessern bzw. ergänzen bestehende Apps. Zudem sind sie natürlich von Anfang an in den Entwicklungsprozess von neuen Apps eingebunden. Sie bestimmen, was technisch möglich ist – und was eben nicht.

Fachwissen ist unverzichtbar

„Neben soliden Programmierkenntnissen und dem Beherrschen von Programmiersprachen ist für die Entwicklung von Schweiß-Apps grundlegendes Wissen über Schweißprozesse wichtig. Unsere zentrale Aufgabe besteht darin, eine Reihe verschiedenartiger Einflussgrößen und Faktoren in eine nutzerfreundliche App zu integrieren, die den Arbeitsalltag von Schweißerinnen und Schweißern spürbar vereinfacht“, erklärt dazu Michael Weingartner, Entwickler der Fronius WeldConnect-App.

Michael Weingartner, Entwickler der Fronius WeldConnect App

Der zentrale Vorteil dieser App: Sie ermöglicht die drahtlose Interaktion mit dem Schweißsystem. So können die Einstellungen für bestimmte Schweiß-Jobs über ein Smartphone oder ein Tablet auf andere Schweißgeräte übertragen werden. Ein Schweißer, der sein Schweißgerät wechselt, muss dann nicht mehr alles neu einstellen. Er überträgt seine gewohnten Einstellungen, die er in der App am Handy gespeichert hat, einfach mittels Bluetooth oder WLAN auf das neue Schweißgerät – und kann sofort loslegen. Betriebliche Abläufe werden dadurch deutlich vereinfacht.

Erfolg durch Teamwork

Auch wenn ein wesentlicher Teil der Arbeit von App-Entwicklerinnen und -Entwicklern alleine vor dem PC stattfindet: Das Klischee vom einsamen, „nerdigen“ Programmierer stimmt nur sehr bedingt. Häufig sind am Entstehen von Schweiß-Apps ganze Projektteams beteiligt, in denen App-Entwicklerinnen und -Entwickler mit Schweißfachkräften, Mitarbeitenden aus Forschungs- und Entwicklungsabteilungen sowie Designerinnen und Designern zusammenarbeiten. Die technische Projektleitung übernehmen dabei oft die App-Entwicklerinnen und -Entwickler.

„Mitunter kann es sehr herausfordernd sein, sich in Schweißerinnen und Schweißer und ihre speziellen Bedürfnisse hineinzuversetzen, weil gute Schweißfachkräfte nach wie vor sehr viel mit ihrer Intuition und persönlicher Erfahrung arbeiten – und wenig schriftlich aufzeichnen. Mit ihnen darüber zu sprechen – also der zwischenmenschliche Aspekt – ist gleichzeitig auch ein sehr schöner Teil meiner Arbeit“, so App-Entwickler Michael Weingartner.

Neue Wege: Gamification und Virtual Reality

Menschen, die Apps erstellen, sind in ihrem Job laufend mit technischen Veränderungen und Innovationen konfrontiert. Besonders der Bereich „Virtual Reality – VR“ entwickelt sich rasend schnell und nimmt auch in der Schweißindustrie einen immer höheren Stellenwert ein – etwa, wenn es um Apps zum Schweißen lernen geht. Mittlerweile reicht das Angebot dabei von spielerischen Einsteiger-Apps bis hin zu Schweiß-Simulatoren für Fortgeschrittene, mit denen bestimmte Schweißarten praxisnahe außerhalb der Werkstatt trainiert werden können.

„Ich komme ursprünglich aus der Entwicklung von Videospielen und habe dann längere Zeit an einem universitären Forschungszentrum gearbeitet“, erklärt Ajun Simorg Jöller, Software Architect und Technischer Leiter des Teams „New Visual Technology“ bei Fronius. An seinem Job interessieren ihn besonders die Schnittstellen und Verbindungen zwischen Software und Schweißhardware sowie die Aufgabe, komplexe Schweißprozesse in einer virtuellen Umgebung möglichst wirklichkeitsgetreu entstehen zu lassen.

Simorg Jöller, Software Architect und Technischer Leiter des Teams „New Visual Technology“ bei Fronius

„Die Entwicklung in diesem Bereich ist unglaublich spannend – speziell was neue Möglichkeiten im Bereich Hardware betrifft. Wir testen laufend neue Tools, wie beispielsweise neue Datenbrillen oder andere Möglichkeiten der Mensch-Maschine-Kommunikation“, so Jöller. Extrem wichtig bei seinem Job sei, gegenüber neuen technischen Entwicklungen offen zu bleiben.

Fundierte Ausbildung als Grundvoraussetzung

Stellt sich zum Abschluss noch die Frage, welche Ausbildung man für das Entwickeln von Apps in Schweißtechnologie-Unternehmen benötigt – und welche Fähigkeiten man mitbringen sollte. Grundsätzlich ist es möglich, sich Programmieren auch selbst beizubringen. In der Regel haben App-Entwicklerinnen und -Entwickler in dieser Branche aber ein Informatikstudium hinter sich. Neben dem Beherrschen von Programmiersprachen sollte man grundsätzliche Kenntnisse in den Bereichen Technik und Physik haben – und sich auf alle Fälle für das Thema Schweißen interessieren.

Sie möchten mehr zu den Fronius Schweiß-Apps oder zur virtuellen Schweißausbildung wissen? Auf unserer Website finden Sie weitere Informationen: Ob Welducation Basic App, WeldConnect App oder Schweiß-Simulatoren – tauchen Sie ein die virtuelle Welt des Schweißens!

Virtuell schweißen lernen – mit Fronius Schweiß-Apps

Und bleiben Sie gespannt: In unserer Blogserie „Was macht eigentlich ….?“ lernen Sie schon bald einen weiteren spannenden Beruf in der Schweißindustrie kennen!

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